*bell*
 
Donnerstag, 4. Juli 2002

Reinfall.

Die Operation Tante Emma-Laden ist voll in die Hose gegangen. Und das lag ausnahmsweise mal nicht an mir! Pünktlich um 15.30 Uhr stand ich vor diesem Konsumtempel, erwartungsvoll und mit einer ganzen Menge Neugier. Und dann das...der Laden war zu! Und das Schlimmste: Laut seinem eigenen Öffnungszeiten-Plan müsste er eigentlich offen gehabt haben. Von 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet. So ein Mist! Naja, ich dachte mir, vielleicht kommt ja die Tante Emma dann gleich und hat nur ein etwas ausgedehnteres Mittagsschläfchen gehalten. Also bin noch mal ne halbe Stunde hier sinnlos durch diese Wohnanlage geschlendert, hab mir die prunkvollen Paläste der Leute angekuckt, die es geschafft haben...und die verfallenen Mietshäuser von denen, die noch auf dem Weg sind. Punkt 4 stand ich dann wieder vorm Konsum, immernoch geschlossen. Da hatte auch ich dann die Schnauze voll und bin wieder nach Hause gelaufen. Ess ich heute Abend eben irgendwas anderes, hatte sowieso keine Lust auf Brot. Und die Operation Tante Emma-Laden wurde um ein weiteres halbes Jahr verschoben. Obwohl der Schuppen dann sicher schon Konkurs anmelden musste, wenn die Tante nicht bald mal ihre Öffnungszeiten-Moral überdenkt...
Ach ja! Ein Gutes hatte das ganze dann doch noch! Ich hab eine Ducati Monster fotografiert! Und immer, wenn ich jetzt mal gute Laune haben sollte kann ich mir das Bild ankucken, werde daran erinnert, dass ich gar kein Motorrad hab (und schon gar nicht SO ein tolles) und das pessimistische, frustierte Gefühl ist wieder da! Juhu...
Ein Traum in rot...

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Möp...

Moin!
Donnerstag ist toll! Jedenfalls normalerweise, wenn man irgendwas unternimmt, und sei es nur stumpfes ein-Fuss-vor-den-anderen-setzen, um sich zum hundertsten Mal durch die Koblenzer Altstadt bzw. Einkaufsmeile zu schleppen und so zu tun als sei man Tourist. Aber heute ist das anders...leider. Heute bin ich um 9 wach geworden, dabei hatte ich mir wirklich so fest vorgenommen, mal bis um 12 zu schlafen. Scheiss Körper...
Dann zieh ich mir wie jeden Morgen meine Hausschuhe mit den goldenen Bommeln an und winke meinem Sklaven (ein früheres Vorstandsmitglied bei einem führenden Software-Hersteller), er möge mich doch bitte quer über meinen ozean-gleichen Mamorfussboden tragen und dabei die Laute eines australischen Beutel-Löwennashorns imitieren.
Irgendwann kam ich dann an meinem Badezimmer...nein, Badesaal...ach, meiner BadeHALLE!...an und liess mir von 10 amtierenden Miss Universums die Zähne putzen. Danach durften sie wieder gehen und mein Bett wärmen...
Und gerade als ich mir die erste morgendliche Ausfahrt in meinem neuen Maybach gönnen wollte und mir eine Zigarre mit einer Britney Spears-Barbie anzündete passierte es: Ich bin aufgewacht...Verdammt!
Aufgestanden bin ich dann wirklich um 9...hab mir Tee gekocht (barfuss), Zähne geputzt (barfuss) und gedacht: So, heute musst du endlich ernsthaft mit Lernen anfangen! Naja, und das hab ich dann auch gemacht. Ich hab gelesen...über binäre Bäume und das Traversieren von denen, Rekursion und dann hab ich zu Graphen vorgeblättert. Ganz toll...das meiste hab ich sogar kapiert...
Zum Mittag wollte ich dann mal ne Pause machen und ein bisschen Fernsehen. Doch die Programmchefs der 7 hier empfangbaren Sender machten mir einen dicken Strich durch die Rechnung. Auf 2 Kanälen kamen Talk-Shows, auf einem eine Wiederholung von gestern Abend, auf einem eine Bundestagsdebatte (Bildungsreform...), auf einem irgendwelcher Scheiss mit kleinen Babies und den Rest der versuchten Zuschauerverblödung hab ich mir gar nicht erst gemerkt. Ja, ich hab denn ne DVD reingetan.
Und jetzt gleich werde ich zum ersten Mal seit ich hier wohne diesen kleinen Tante Emma-Laden aufsuchen um ein Brot käuflich zu erwerben, meins ist nämlich schon wieder alle.
MfG, der .

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Mittwoch, 3. Juli 2002

Fremdtext...

Gestern Abend erreichte mich eine tolle Mail, deren Absender seinerseits einen grossartigen Text im Postkasten gefunden hatte. Und da auch mir der Text gefällt, ich aber keinen Bock auf eMail habe, tu ich ihn nun hier hin und hoffe, dass er der gesegneten Leserschaft auch zusagt. Bei wem das Copyright liegt kann ich leider nicht sagen, weil ich keine Ahnung habe. Wer hier jetzt seinen eigenen geistigen Erguss findet: Wenn du willst, dass ich's wegtue, dann schreib nen Comment...;o)

"Mal abgesehen vom Sex - Frauen nerven im Bett. Wenn ich von der Erotik einmal absehe, haben mir Frauen im Bett nichts als Ärger eingebracht. Mit Wehmut denke ich manchmal an die Teenagerzeiten zurück, in denen ich entweder allein und entspannt die Nachtruhe genoss oder nur vorübergehend mit einer Frau das Bett aufsuchte. Die Probleme fingen erst so mit Anfang zwanzig an, als man das Nachtlager "wie Mann und Frau" teilte, sprich: vom Einschlafen bis zum Aufstehen. Hieraus muss ich eine ganz bittere Bilanz ziehen.

"Nächte des Grauens" ist noch untertrieben. Am Tage durchaus
abgeklärte, zupackende und moderne Frauen mutieren angesichts von Federkern und Daune ausnahmslos zu verwöhnten, lebensuntüchtigen, egoistischen Zicken. Wie ich jetzt an einigen Beispielen schlüssig beweisen werde.

Beginnen wir mit dem unerfreulichen Thema "Mücken". Vorweg muss ich sagen, dass ich im Sommer grundsätzlich ganz gern neben einer Frau liege, weil ich dann von Stechmücken verschont bleibe. Die stürzen sich immer auf meine Partnerin. Das ist bitter, tut mir persönlich auch wirklich leid, ist aber noch lange kein Grund, mich grob Wachzujammern: "Ich bin völlig zerstochen." Mit einer Stimme, die im Grenzbereich zwischen Hysterie und Nervenzusammenbruch moduliert. Der Auftrag an mich, dem männlichen "Sicherheitsbeamten", ist klar: "Steh auf und geh Mücken jagen". Ich weiß nicht, warum Frauen selbst keine Mücken jagen. Warum sie im Bett liegend den Späher machen, auf schwarze Punkte an der Decke deuten und "Da!" rufen. Ich weiß vor allem nicht, weshalb ich immer wieder gähnend, mit zerzaustem Haar und einer zusammengerollten Zeitung auf der Matratze stehe und auf Zuruf Tiere totschlage.

Wenn ich dann, nunmehr halbherzig löffelnd, in tiefen Schlaf gesunken bin, kommt häufig schnell die nächste Gemeinheit. Ein brutaler Stoß, meist mit dem Ellbogen ausgeführt, trifft mich in die Seite. Ich schrecke hoch und höre eine schneidende Stimme: "Du schnarchst!". So was würde ich nie tun. Ich finde es bezaubernd, wenn sie im Schlaf redet oder ein bisschen vor sich hin blubbert. Nie würde ich mit dem Ellbogen stoßen. Aber Frauen ist es ja egal, ob man frühmorgens einen wichtigen Termin hat. Nach der Tat sinken sie umgehend wieder in den Tiefschlaf, und ich liege mit tellergroßen Augen in der Dunkelheit und finde keine Ruhe.

Grauenhaft ist auch eine andere Variante der körperlichen Attacke. Da liegt man wohlig unter seiner Decke und ist am Wegnicken und dann kommen sie: kalt, eiskalt. Gefrorene Frauenfüße schieben sich langsam und unaufhaltsam zwischen die männlichen Schenkel. Dort sollen sie gewärmt werden. Der Mann zuckt zurück, windet sich, versucht die Flucht, aber die weichen Gletscher unter der Decke sind stärker. Alle Frauen haben kalte Füße! Alle! Und sie kennen kein Erbarmen. Stumm, aber fordernd kommen sie in der Nacht gekrochen und saugen Körperwärme im Gigawatt-Bereich ab. Schrecklich!

Manchmal geben sie aber auch dann keine Ruhe, wenn man ihre Permafrost-Füße enteist, das Schnarchen eingestellt und dem Löffeln entsagt hat. Denn dann haben sie was gehört. "Da ist doch jemand", raunen sie, "Da hat doch was geknackt" oder "Hörst du diese komischen Geräusche?" Die Botschaft ist erneut glasklar: Mann, pack dir einen hölzernen Kleiderbügel oder sonst eine behelfsmäßige Waffe, wag dich in die dunkle Wohnung und vertreib den Einbrecher, so du einen
findest. Klar, dass jeder Mann dem tiefverwurzelten Instinkt zum Schutze der Sippe folgt und in Socken und Unterhosen wie ein Depp im Dunklen umherstolpert. Um dann frierend und unverrichteter Dinge wieder zur (natürlich tiefschlafenden) Partnerin zurückzukehren.

Wer meint, mit dem Morgengrauen sei der Ärger ausgestanden, irrt! Wie in einem Horrorfilm, der scheinbar seinen gruseligen Höhepunkt erreicht hat und dann noch mal entsetzlich zuschlägt: Die Rede ist von unterschiedlichen Schlaf- und Wachrhythmen. Ich arbeite eben bis in die frühen Morgenstunden und stehe folgerichtig nicht gerade mit den Hühnern auf. Kein Problem für den Alleinschläfer. Was aber soll ich mit einer Frau machen, die morgens um sieben kerzengerade nachfedernd im Bett sitzt, Langeweile hat, sich laut und vernehmlich reckt, gähnt, räuspert, aufdringlichen Körperkontakt sucht und am Ende gar flüssige Konversation fordert? Nachdem ich blutsaugende Insekten zur Strecke brachte, zum Dank dafür Ellbogen-Checks kassierte und unter die eigene kalte Bettdecke verbannt wurde.

Nach all dem reichte es mir irgendwann. Und zwar richtig. Eines frühen Morgens wurde ich durch die Frage: "Kannst du auch nicht mehr schlafen?" geweckt und herrschte die Frau neben mir rüde an: "Halt die Klappe und mach Frühstück!" Kurz danach fiel die Wohnungstür krachend ins Schloss, und ich musste mir das Frühstück selbst machen. Gibt es keine Hoffnung? Doch, die gibt es!!! Ich habe - nun ja - jemanden kennen gelernt. Und die ist anders! Sie ist anschmiegsam und kuschelt exzessiv. Ich darf in ihrer und Gegenwart ausgiebig schnarchen. Wenn sie Geräusche hört, schaut sie selber nach dem Rechten. Mücken bringt sie mit geschickten Schlägen eigenhändig zur Strecke, und sie hat niemals kalte Füße. Gut, sie ist vielleicht ein bisschen verspielt.

Aber welche Katze ist das nicht?"

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